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  • AutorenbildAliena Kempa

Sattelanpassung bei Pferden mit Senkrücken

Kürzlich hat mich eine Frage erreicht, ob ich einen Beitrag zur Sattelanpassung bei Pferden mit Senkrücken schreiben kann. Das mache ich natürlich sehr gerne.


Zunächst ist hier abzuklären, ob das Pferd noch in der Lage ist, seinen Rücken aufzuwölben oder ob dieses beispielsweise durch arthrotische Prozesse in der Wirbelsäule nicht mehr korrekt möglich ist.

Dann gibt es drei Arten, die wir differenzieren müssen:


1. Das Pferd lässt sich lediglich im Stand so "hängen". Im Spannungszustand unter dem Reiter arbeiten Bauch- und Rückenschmuskulatur aber durchaus und der Rücken kommt hoch. Hier ist es dann ein recht kniffliger Fall, auf diese "zwei unterschiedlichen Rücken" einen Sattel anzupassen. 😉 Im Stand und Schritt sollte der Sattel keine Brücke bilden, das heißt, der Sattel soll gleichmäßig aufliegen, ohne dass er in der Mitte keinen Kontakt mehr hat. Im Trab und Galopp, wenn der Rücken sich aufwölbt und der Sattel dadurch mittig angehoben wird, darf der Sattel vorne nicht "ins Pferd reinkippen" also abtauchen und auch nicht hinten "schweben".


2. Das Pferd hat einen Senkrücken, ist aber durchaus noch in der Lage den Rücken aufzuwölben und mit Bauch- und Rückenmuskulatur zu arbeiten. Bei diesem Fall wird auch von einer "Trageerschöpfung" gesprochen und es ist zunächst abzuklären, weshalb das Pferd trageerschöpft ist.

Anschließend sollte das oberste Ziel sein den Rücken des Pferdes soweit wieder aufzubauen, dass das Pferd Sattel und Reiter tragen kann. Dies kann sehr gut mit der Arbeit am Boden erfolgen, zum Beispiel durch richtiges! Longieren, Stangenarbeit, Bodenarbeit, Klettern, etc.

Anschließend kann der Sattel wunderbar auf den wieder aufgebauten Rücken angepasst werden.🐴


3. Es gibt auch die Fälle, in denen ein Pferd lange Zeit in der Trageerschöpfung gelaufen ist. Dadurch können zum Beispiel Kissing Spines entstehen, also Engstände der Dornfortsätze. Wenn sich die Dornfortsätze permanent berühren und aneinander reiben, kommt es zu Entzündungen. Um dieser Entzündung entgegenzuwirken, beginnt der Körper die Bewegung, welche starke Schmerzen verursacht, einzuschränken. Er beginnt die Bereiche zu kalzifizieren und es kommt zu einer Arthrose.

Sollte ein Pferd sich also während des Reitens plötzlich anders verhalten, als es das sonst getan hat, sollte es steigen, bocken, rennen, unzufrieden wirken, etc., kann man durchaus drüber nachdenken, ob man hier einmal den Rücken überprüfen und röntgen lässt.

Jetzt gibt es also auch diejenigen Pferde, welche nicht mehr in der Lage sind ihren Rücken richtig aufzuwölben, durch beispielsweise abgeschlossene Kalzifizierungsprozesse und somit wenig Mobilität in der Wirbelsäule haben.

Diese Pferde haben sehr viel Schwung in der Rückenlinie, es würde dementsprechend auch ein Sattel mit dem passenden Schwung benötigt werden.

Hier wäre es besonderes wichtig, dass der Sattel (durch zum Beispiel unpassenden Schwung oder falsche Länge) keinen zusätzlichen Druck auf die Lendenregion ausübt. Das Polster sollte dort also möglichst weich gelassen werden, der Schwerpunkt des Sattels sollte stimmen und keinesfalls zu weit hinten liegen. Das würde dafür sorgen, dass das Pferd den Rücken noch stärker weg drückt und es in weiteren Bereichen zu Entzündungen kommt.

Je nachdem wie stark und ausgeprägt die Arthrosen sind, muss man darüber nachdenken und sich überlegen, ob und wie oft das Pferd noch geritten werden sollte.

Definitiv sollte das oberste Ziel sein die noch vorhandene Mobilität der Wirbelsäule zu erhalten.🤍🐴



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